Gaildorf. Ein arbeitsreiches Jahr liegt hinter der Gaildorfer Feuerwehr. Zu den mehr als 100 Einsätzen kamen noch zahlreiche Übungen und Fortbildungen, die im Jahr des 150-jährigen Bestehens absolviert wurden.
Eine umfangreiche Tagesordnung hatten die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr Gaildorf bei ihrer Hauptversammlung zu bewältigen. Kommandanten und Vertreter benachbarter Wehren erlebten neben den Wahlen des stellvertretenden Kommandanten und zum Feuerwehrausschuss auch zahlreiche Ehrungen und Beförderungen.
Das Essen zu Beginn der Versammlung begleitete ein filmischer Rückblick auf die Jubiläumsveranstaltung anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Gaildorfer Wehr. Wie es zum 175. Jubiläums in der Freiwilligen Feuerwehr aussehen wird, daran wollte Kommandant und Stadtbrandmeister Stefan Dwornitzak gar nicht denken. Nach Vorstellung der EU-Kommission soll ehrenamtliche Tätigkeit auf die Arbeitszeit angerechnet werden. Nach der geplanten Erweiterung der EU-Arbeitszeitrichtlinie soll die wöchentliche Arbeitszeit auf 48 Stunden begrenzt werden. Darin enthalten auch ehrenamtlich geleistete Zeiten. Die Folge: Es müsste auf hauptamtliche Kräfte umgestellt werden, denn freiwillige Wehren hätten dann im ländlichen Raum keinen Bestand mehr.
Auch an anderen Reformen übte Dwornitzak deutlich Kritik, etwa an der Gesundheitsreform und in deren Folge die Schließung des Gaildorfer Krankenhauses. Darunter leide die Grundversorgung in der Gefahrenabwehr. Mit Sorge betrachtete der Stadtbrandmeister auch die Freistellung von Feuerwehrangehörigen für Einsätze und Lehrgänge und kritisierte die mangelnde Wertschätzung der Feuerwehrarbeit.
Von den 172 Einsatzkräften - darunter fünf Feuerwehrfrauen - in den vier Abteilungen im Stadtgebiet wurden im vergangenen Jahr 108 Einsätze bewältigt. Zu den Alarmeinsätzen, technischen Hilfeleistungen und 16 Brandeinsätzen zählten auch sieben Einsätze bei den Wehren in Fichtenberg, Oberrot und Sulzbach-Laufen. Zu den spektakulärsten Einsätzen zählte der Trafobrand im Umspannwerk Unterrot.
Zeitgemäße Ausrüstung und eine fundierte Ausbildung ist die Voraussetzung für professionelles Arbeiten. Beides erfülle die Gaildorfer Wehr, deren Mitglieder mit großem Engagement Ausbildungskurse besuchten. Ob Grundausbildung, Gruppenführer- oder Motorsägenlehrgang, die Feuerwehrleute aus Gaildorf waren zahlreich vertreten. Sie absolvierten Lehrgänge als Sanitäter, im Absturzsicherungsteam und erwarben die Befähigung als Ausbilder für die Truppmann- und Truppenführerausbildung. Erfolgreich legten 15 Mitglieder das Leistungsabzeichen in Bronze und zwei in Gold ab. Gleich sieben Mal wurde das bayerische Leistungsabzeichen in verschiedenen Stufen erworben.
Die Unterroter Abteilung befasste sich mit der Ausschreibung für ein LF 20/16, und die vier Seniorengruppen unternahmen einen gemeinsamen Ausflug an den Main und besuchten den Seniorennachmittag bei der Jubiläumsfeier.
23 Jungen und ein Mädchen zählte Dwornitzak in seiner Jugendfeuerwehr. Auf eine schlagkräftige Wehr in der Stadt und in den Teilorten ist Bürgermeister Ulrich Bartenbach stolz. Er wisse, dass eine zeitgemäße Ausstattung dafür unerlässlich sei, betonte er in seinem Grußwort. Für die Anschaffung eines Feuerwehrfahrzeugs seien im städtischen Haushalt 410 000 Euro veranschlagt. Hohe Wertschätzung zollte der Bürgermeister der Verantwortung, die die Feuerwehrmitglieder mit ihrem engagierten Einsatz zeigten. Er sicherte ihnen die Unterstützung seitens der Stadt zu.
In seinem späteren Grußwort ging Alfred Fetzer von Kreisfeuerwehrverband auf allgemeine Themen der Feuerwehr ein und warb eindringlich für die Installation von Rauchmeldern in Häusern und Wohnungen.
Bericht der Rundschau vom 2.04.2012