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Kreisfeuerverband SHA

Hallo liebe Kameraden,                                   

 in den letzte 7 Tagen gab es 15 neue Fälle der Erkrankung an Covid-19 bei uns im Landkreis.

Feuerwehrkameraden aus dem Landkreis sind an dieser Infektion erkrankt und in der Zwischenzeit wieder genesen, jedoch hat mich die Aussage eines betroffenen

Kameraden schon zum Nachdenken gebracht, es sei nicht mehr so wie vorher…… daher: Dieses Covid-19 ist nicht zu unterschätzen!

Leider wird es uns erst dann immer bewusst, wenn es einen selber trifft oder jemanden im Verwandten- oder Bekanntenkreis.

 Zur Zeit wird in Feuerwehrkreisen viel diskutiert ob man den Übungsdienst wieder aufnehmen soll und wie dieser dann aussehen könnte.

Man muss vieles abwägen, vorbereiten, organisieren.

Bei uns im Landkreis gibt es Feuerwehren, die demnächst ihren Übungsbetrieb wieder aufnehmen, andere werden ihn weiterhin aussetzen.

Eine einheitliche Linie, wie es manche Kommandanten sich wünschen würden, sehe ich leider aufgrund der Argumentation manch anderer Kommandanten

als nicht möglich an. Dies hat natürlich zur Folge, dass die Kameraden sich fragen werden, warum geht es in der einen Feuerwehr und in der anderen nicht.

Aber in der kommunalen Selbstverwaltung muss jede Kommune für sich selbst dies festlegen.

Von Seiten des Kreisfeuerwehrverbandes würden wir eine einheitliche Regelung sehr begrüßen.

 Für alle Wehren, die ihren Übungsdienst wieder aufnehmen bitte ich hierbei wichtige Dinge zu beachten!

 1.) Lt. UKBW ( Hinweise zur Pandemie, Punkt 3.2.6) kann der Übungsdienst wieder aufgenommen werden, unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen und Anweisung zur Übungsaufnahme durch den Träger der Feuerwehr ( Gemeinde oder Stadt). Ich versteh das so, dass ein Kommandant oder der Feuerwehrausschuss selbst gar nicht entscheiden darf, dass der Übungsdienst wieder aufgenommen wird. Auch die erforderlichen Hygiene- und Schutzmaßnahmen in der jeweiligen Feuerwehr muss der Träger vorgeben. 

2.) Der DFV Bundesfeuerwehrarzt gibt vor, bei einem Reproduktionsfaktor über 1, keine Übungsbetriebe aufzunehmen,zwischen 0,5 und 1 maximal nur Schulungsveranstaltungen. Mit gestrigem Datum liegt der R-Wert bei uns in Deutschland bei 0,78

 3.) Gemäß Anordnung Innenministerium vom 18. Mai 2020 sind Übungsbetriebe nur möglich, wenn die darin beschriebenen Anforderungen erfüllt werden.

Könnt ihr das gewährleisten und sicherstellen?? Ich denke diese Maßnahmen sind kaum korrekt anzuwenden und nahezu nicht durchführbar.

Die Erfahrung im Alltag zeigt, dass es schwierig sein wird.

Aufgeführt wird auch, dass Übungsdienste nur dann durchgeführt werden sollen, wenn diese zur Aufrechterhaltung der Einsatzfähigkeit zwingend erforderlich sind. 

Bitte denkt daran, dass die Gesundheit des einzelnen Kameraden immer im Vordergrund steht.

Ich bin mir sicher, dass die ganz große Mehrheit der Feuerwehren trotz Aussetzen des derzeitigen Übungsbetriebes einsatzfähig bleiben, sonst hätten wir in der Vergangenheit was falsch gemacht. 

Ich verweise auf die große Verantwortung der Führungskräfte, hier umsichtig zu handeln und nicht unbedingt dem Druck einzelner nachzugeben.

Was passiert wenn sich Kameraden infizieren, diese Infektion dann in die Familie oder auf Arbeit weiter verbreiten?

Es wirft kein gutes Bild auf die Feuerwehren, wenn in den Feuerwehren ein Hotspot entsteht. Wirtschaftliche Interessen betrifft der Feuerwehrdienst nicht.

Funktions- und Einsatzbereitschaft technischer Gerätschaften können sicherlich durch Wartungen, ausgeführt durch einzelne Kameraden, sichergestellt werden.  

Diese vorgenannten Zeilen sollen Euch als Gedankenanstöße dienen, nicht mehr und nicht weniger.

Gerne könnt ihr mir Eure Gedanken zu dem Thema schreiben um so einen weiteren Einblick in die Feuerwehren zu erhalten. 

Viele Grüße und bleibt alle gesund

Alfred 

Kreisfeuerwehrverband Schwäbisch Hall e.V.

Bahnhofstr. 14

74585 Rot am See

Tel. 0049 7955 / 926222

erstellt: 30.05.2020

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